2017 - Das Jahr im Weinberg

19. September

Herbstnebel


Es ist Herbst geworden und vom Elbtal steigt langsam der Nebel den Hang hinauf. Die Rosen hoffen erwartungsvoll auf die letzten wärmenden Sonnenstrahlen.

Weinlese

10. September

Das Ende der Saison


Heute ist es nun an der Zeit den Lohn für ein Jahr Arbeit im Weinberg zu ernten.
Gerstern gab's hier nochmal kurze Aufregung, denn mitten während der Vorbereitungen zur Weinlese habe ich vom Nachbarn erfahren, dass der Leseplan der Winzergenossenschaft noochmal geändert wurde und der Müller-Thurgau vom Weinböhler Gellertberg erst am kommenden Wochenede angenommen wird. Grund seien Probleme mit der Wartezeit beim Pflanzenschutz eines größeren Weinbauern.
Aber meine Weinlesehelfer stehen nun für Sonntag bereit und was das Wichtigste ist - die Trauben sind vollreif. Noch eine Wohe am Stock und der Verlust wegen fortschreitender Fäulnis wäre enorm. Der Morgen des 10. September beschert uns erstmal Regen und es kommt die bange Frage auf ob heute überhaupt gelesen werden kann.Der Wetterbericht verheißt ab 10 Uhr ein Ende des Regenbandes und so arlamiere ich meine Lesehelfer per SMS und verschiebe den Start um eine Stunde.
Pünktlich mit dem Eintreffen der ersten Gehilfen im Weinberg erscheint dann, wenn auch verhalten noch, die Sonne am Himmel. Die Trauben waren von den Blätten (ich habe dieses Jahr nur sehr moderat entblättert) gut vor dem morgendlichen Schauer geschützt und sind weitgehnd trocken geblieben. Die Beeren sind dieses Jahr aufgrund des üppigen Wasserangebots recht dünnhäutig und die Trauben recht kompakt, so dass in den letzten Wochen zunehmend Fäulnis auszumachen ist. Diese müssen wir konsequent ausschneiden, das erfordert viel Zeit.
Weinlese
Weinlese
Weinlese
Weinlese
Weinlese

Gegen 16:00Uhr verlassen mich die ersten Weinlesehelfer und die 14 langen Zeilen sind komplett leer geerntet. Die 7 kurzen Zeilen sind teilweise schon so sehr von Fäulnis befallen, dass ganze Trauben unbrauchbar sind. Meine Beobachtung zeigt, dass die Zeilen wo die Vogeschutznetzte schon am 20. August aufgebracht wurden zeigen stärkeren Fäulnisbefall als die Zeilen wo von knapp 2 Wochen noch die Vogelschutznetze gespannt wurden. Ich wage zu behaupten, dass sich unter den Netzen ein Mirkoklima entwickelt, was den Fäulnisbefall fördert. Im Vergleich dürfte der Verlust durch Vogelfraß hier deutlich geringer sein als der Verlust durch die Fäulnis. Halb 6 Uhr am Abend reihe ich mich in die Schlange der Wartenden an der Kelterhalle der Winzergenossenschaft ein. Dann geht alles ganz schnell: Trauben Wiegen, Mostgewicht bestimmen, Annaheschein ausfüllen und püntlich 18:00Uhr fahre ich wieder vom Hof der Genossenschaft. In der Hand das Dokument über meine erste eigene Weinernte.
Anlieferungsbeleg
Anlieferung
Die Ernte 2017 An dieser Stelle möchte ich nochmal all jenen Danken, die an diesem Tag auf Eckardts Weinberg fleißig mitgeholfen haben, sei es bei der Weinlese, in der Küche oder bei der Kinderbetreung oder beim Traubentransport. Für die Weinlesehelfer vom Dresdner Akkordeonorchester e.V. gibt's als kleines Dankeschön eine Kiste Sekt Benno von Meißen für das bevorstehende Jubiläum 80 Jahre Dresdner Akkordeonorchester.

5. September

Einladung zur Weinlese


Weinlesen macht nicht betrunkener als Büchertrinken belesener macht.
Weinlese
Liebe Freunde und Freundinnen des sächsischen Weines,

nach einem Jahr harter Arbeit im Weinberg ist es nun soweit, es ist Lesezeit. Zur Unterstütung bei der letzten und schönsten Arbeit im Weinberg möchte ich euch herzlich einladen am Sonntag den 10. September 2017 ab 9:30 Uhr auf Eckardts Weinberg, in 01689 Weinböhla. Bei Regen findet die Weinlese an einem anderen Termin statt!
Zeitplan: Beginn 9:30Uhr mit Sektempfang und ein paar einleitende Worte zum Weinberg gegen 9:45 Uhr Einweisung der Lesehelfer und Arbeitsschutzbelehrung Wer später kommt wird einzeln belehrt! bis spätestens 13:00Uhr Weinlese, danach Mittagessen anschließned Ablieferung der Trauben (nur 2 Personen erforderlich) Reinigung der Traubentransportkisten, Lesescheren etc. weiter gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Keksen ggf. am Abend Grillfest und Lagerfeuer
Mitbringen: Der Witterung angepasste Kleidung ggf. Sonnencreme und Sonnenhut. Lange Hosen die auch mal dreckig werden dürfen - die meiste Zeit wird in gebückter oder knieender Haltung gearbeitet. Festes, feuchtigkeitsunempfindliches Schuhwerk, der Tau auf der Rebgassenbegrünung trocknet erst nach dem Mittag langsam ab. Gute Laune und ein bisschen Ausdauer. Aus Kapazitätsgründen ist die Anzahl der Lesehelferinnen und -helfer auf 10 Erwachsene begrenzt. Wer dieses Jahr keine Chance hat dabei zu sein darf darauf vertrauen, dass auch im nächsten Jahr wieder Trauben wachsen werden. Nun tragt euch bitte in die Doodle-Liste ein!

29. August

noch 10 Tage bis zur Lese


Nun endlich hält auch ein wenig anhaltender Sonnenschein hier in Weinböhla Einzug. Das tut den Trauben sichlich gut. Einzelne Beeren haben bereits ein Mostgewicht von 80°Oe errreicht. Der Durchschnitt liegt bei ca. 63°Oe was schon 1°Oe über dem diesjährigen Mindestmostgewicht für Müller-Thurgau liegt.
Seit heute ist der Leseplan der Winzergenossenschaft Meißen e.G. veröffentlicht. Der Müller-Thurgau von Eckardts Weinberg wird demnach am 10. September mit den anderen Müller-Thurgau Trauben aus der Lage Weinböhlaer Gellertberg geerntet. Hoffentlich bleibt das Wetter bis dahin halbwegs beständig und eher trocken als feucht!
Mostgewicht 80°Oe

20. August

Vogelschutz im Weingarten


Vogelschutz - was sich so tierlieb anhört ist eigentlich die Bemühung des Winzers seine Trauben vor ungeliebtem Vorgelfraß zu schützen. Dazu haben wir heute die erste Hälfte der Rebzeilen mit blauen Vogelschutznetzen bespannt. Bisher sind zwar noch keine nennenwerten Schäden durch Vogelfraß festzustellen, aber die Trauben werden langsam süß und für die gefiederten Nachkatzen immer attraktiver. Ein größeres Problem sind derzeit eher Wespen, welche die ersten süßen Beeren anknabbern und damit Eintrittspforten für den Botytis-Pilz schaffen. Die dauerhaft feuchte Witterung tut ihr Übriges dazu, so dass schon vereinzelt Botrytisbefall in den Trauben feststellbar ist und es sind noch 3 Wochen bis zur Lese. Tatsächlich gab es die vergangenen Wochen kaum 3 Tage hintereinander ohne Niederschlag.
Mit dem Refraktometer habe ich heute ein durchschnittliches Mostgewicht von 50°Oe ermittelt. Einzelne Beeren haben schon über 70°Oe!
Niederschlagsdiagramm ab Juli 2017

25. Juli

Na endlich


Seit 13. März, dem Tag an dem ich erfolgreich die Prüfung zur Sachkunde im Pflanzenschutz bestanden hatte warte ich nun. Jetzt, Monate später ist endlich meine Sachkundenachweiskarte für den Pflanzenschutz vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie - kurz LfULG - beingetroffen.
Das wird auch allerhöchste Zeit. Ohne Sachkundekarte kann ich keine Pflanzenschutzmittel erwerben und aktuell mangelt es mir an einem Oidium-Mittel welches ich geschickt in die Spritzfolge einbauen kann.
Nach dem Einkauf im örtlichen Landhandel bin ich um gut 300€ erleichtert, habe dafür aber genug Pflanzenschutzmittel um damit mindestens bis zu deren Zulassungsende auszukommen. Kleinere Gebinde oder die Möglichkeit Pflanzenschutzmittel nach Bedarf abfüllen zu lassen wären für den Kleinwinzer wirklich sehr wünschenswert.

8. Juli

Tag der Arbeit


Heute muss endlich die Laubarbeit insbesondere das Entblättern der Traubenzone vollendet werden. Diese Arbeit nimmt mich dann auch länger in Anspruch als gedacht. Erst gegen 15:00Uhr kann ich die Motorhacke anwerfen und den inzwischen üppigen Bewuchs in den Rebgassen der Humusversorgung zuführen. Bei den Laubarbeiten hatte ich erste Anzeichen von Peronosporabefall festgestellt. Da ohnehin eine Pflanzenschutzmaßnahme gegen den Traubenwickler notwendig wird, kommt heute Abend auch geleich noch das gut wirksame "Ridomil Gold Combi" gegen Peronospora mit in die Spritze.
Seit 9:00Uhr bin ich heute fast ohne Pause im Weinberg bei der Arbeit und noch bis 21:00Uhr gehe ich am heutigen Abend schwitzend im Pflanzenschutzanzug durch die Zeilen. Da trinkt am Ende des Tages auch der Winzer lieber ein kühles Bier und dann noch eins und noch eins und ...
Feierabendbier

14. Juni

Der Wein blüht


Der Wein steht in voller Blüte, das Wetter ist sehr freundlich und pilzliche Infektionen sind noch nicht sichtbar. Der Weinbauer ist geneigt eine vorsichtige Prognose auf einen sehr guten Müller-Thurgau-Jahrgang abzugeben.
Ach und der Anbieter der Keramikröhren hat sich sehr über die Flasche Müller-Thurgau vom Weinböhlaer Gellertberg gefreut.
Weinblühte